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Workshop “Ennstaler Model”

Vitrine im Museum Schloss Trautenfels

Termine auf Anfrage

Es gibt – wie in vielen Bereichen weiblicher Handwerkskunst – über die Strickkunst des Ennstals keine schriftlichen Aufzeichnungen. Lediglich bildliche Darstellungen – Zeichnungen, Malerei – lassen darauf schließen, dass zumindest seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Kleidungsstücke dieser Art in der Region Oberes Ennstal/Ausseer Land getragen wurden.
Dem Landschaftsmuseum Schloss Trautenfels, das zur Steiermärkischen Museumsgruppe „Joanneum“ gehört, ist es zu verdanken, dass diese Strickkunst sich gegenwärtig großer Beliebtheit erfreut. Die vom Verein Schloss Trautenfels herausgegebene Schriftenreihe wird nicht nur österreich- und europaweit stark nachgefragt, sondern auch in den USA, wo ein Verlag eine englische Übersetzung vertreibt. Kürzlich ist der 1. Band in seiner 8. deutschsprachigen Auflage erschienen, und auch der 3. Band hat es mittlerweile auf seine 5. Auflage gebracht.

historische "Strangl-Stutzen"

Vor über 30 Jahren hat das Museum in seiner Schriftenreihe das erste Heftchen herausgebracht. Gewidmet war es einer Frau Thekla Zeiler aus dem Sölktal, die nach dem 2. Weltkrieg Strickkurse für Bäuerinnen veranstaltete, in denen sie jene Muster weitergab, die sie als junges Mädchen von ihren Vorfahrinnen erlernt hatte. Erhalten geblieben sind diese annähernd 150 Muster, weil einer jungen Lehrerin, Maria Erlbacher, ein Musterfleck aus einem solchen Kurs zufällig in die Hände gefallen war. Sie war davon fasziniert, versuchte sie zu stricken und zeichnete die Maschen auf, um ihren Schülerinnen – und später in Volkshochschulkursen – exakte Anleitungen zu geben und die Muster nachstrickbar zu machen.

Handarbeitsrunde im Schloss Trautenfels

Fast zeitgleich mit dem Erscheinen des ersten Heftes formierte sich eine Handarbeitsrunde, die bis heute zweimal monatlich im Schloss zusammenkommt. Nicht weit vom Schauraum mit den historischen Stücken und Musterflecken finden sich die Frauen in einem schönen hellen Saal um einen riesigen Tisch zusammen. Erfahrungen werden ausgetauscht, auftauchende Fragen besprochen, und neu Hinzukommende werden in die Geheimnisse der alten Strickmuster eingeweiht. Lange Zeit stand Maria Erlbacher dieser Runde vor. Vor einigen Jahren hat die betagte Dame zwei Nachfolgerinnen ernannt. Christina Schachner und Helga Schmiedl verstehen sich als Vermittlerinnen bei der Weitergabe einer regionalen Kultur an spätere Generationen. Ausdrücklich sind sie damit einverstanden, dass die historischen Muster auch für moderne Kleidungsstücke adaptiert werden dürfen und sogar sollen. Nur so kann Tradition lebendig bleiben.

Musterschatz

Kursteilnehmerinnen empfiehlt sich die Anschaffung zumindest eines der Hefte. Die Hefte (Umfang je 70 Seiten) mit dem Titel „Überlieferte Strickmuster aus dem Steirischen Ennstal“ werden zum Preis von knapp 7 Euro pro Exemplar vom Verein Schloss Trautenfels vertrieben. Telefonische oder schriftliche Bestellungen unter: Tel. 03682/22233, E-Mail: vereintrautenfels@museum-joanneum.at
Der Workshop vermittelt die für diese Strickkunst typischen Techniken wie “englische Maschen”, das Verkreuzen mit und ohne Hilfsnadel, den “Drahdi” und den “Kreuzdi”. Wir stricken einen “strategisch” zusammengestellten Modelfleck, um möglichst alle Musterelemente kennenzulernen und auszuprobieren. Wir üben uns in der Zusammenstellung einzelner Model zu einem harmonischen Nebeneinander. Wir lernen die verschieden Varianten des Wadenkeils für Stutzen kennen. Wir erkunden Möglichkeiten, die erlernte Technik für ein zeitgemäßes Modell zu adaptieren. Schließlich haben wir unsere Freude an den originellen Namen für die Model: Ketterl, Woaznkörndl, Kleeblatt, Spinnerin, Tulipan, Fischgräten, Glöckerl, Zwetschkenkern, Vergessene/Brennende/Offene/Verlorene Liab, Almwegerl, Jägersteig, Herz, Bäumchen, Hexnhaxn …

Modelstrickerinnen

Teilnehmerzahl: mind. 4, max. 8 Personen
Voraussetzungen: Beherrschen der Grundstrickarten und etwas Übung
Auskunft und Anmeldung: direkt bei der Kursleiterin ljuba@arnautovic.at, Tel. 0699 1941 4494

FAIR ISLE TECHNIK

Fair Isle Knitting: die faszinierende Technik, viele Farben nahtlos zu verstricken. Mit einem kurzen Vortrag über Herkunft und Geschichte

Termine auf Anfrage


Nahtloses Viel-Farben-Stricken


Voraussetzungen: Der Workshop ist für Strickanfängerinnen nicht geeignet. Sie sollten die Grundstricktechniken sowie das Ab- und Zunehmen beherrschen
Kursinhalt: Das Arbeiten in Runden bringt Vorteile: Weil die Fäden gleich eingewebt werden, erspart man sich das lästige Vernähen. Es werden nur rechte/glatte Maschen gestrickt, das Muster ist immer sichtbar, und die Fäden verheddern sich nicht.
Das Material – echte Shetlandwolle – wird im Kurs zur Verfügung gestellt. Stricknadeln (Nadelspiele und Rundstricknadeln 2,5-3,5mm) können ausgeliehen oder gekauft werden. Wir stricken einen Puppenpullover, um sämtliche Arbeitsschritte zu lernen (keltisches Bündchen, Einweben, Steeks stricken und schneiden, Formgebung). Fortgeschrittene bekommen Beratung und Hilfestellung beim Planen, Berechnen, bei der Farbauswahl und bei den ersten Runden – und schließlich Ermunterung, wenn es ans Aufschneiden geht!
In einer kurzen Präsentation erfahren Sie Interessantes über die Geschichte des Fair Isle Strickens.
Teilnehmerzahl: mind. 4, max. 8 Personen
Anmeldung: direkt bei der Kursleiterin ljuba@arnautovic.at, Tel. 0699 1941 4494

Impression von einem "Fair Isle"-Workshop

Impressionen