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Strickdesign

Ein Modell von Marianne Isager

Motivation zum Stricken ist heute längst nicht mehr, “vernünftige” Pullover oder Socken herzustellen, deren Hauptfunktion es ist, zu wärmen.
Wie so oft in der Kunst, der Architektur, der Mode, im Design: die Einfachheit einer Form – etwa ein einziger langer Faden – eröffnet eine unendliche Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Immer mehr Menschen haben – als Antwort auf die industriell hergestellten Produkte – ihre Freude daran, sich mit Dingen zu umgeben, die ihre Individualität unterstreichen. Dabei ist es unerheblich, ob das Modell, in das man gerade verliebt ist, aus den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zu stammen scheint, oder ob es sich um ein verrücktes “kultiges” Teil handelt, dessen Funktion man vielleicht auf den ersten Blick gar nicht erkennt.
Strickende Menschen haben – wie andere Kreative auch – stets einen offenen Blick auf ihre Umgebung und darauf, was professionelle KünstlerInnen und DesignerInnen zu diesem Thema zu “sagen” haben.

Kaffe Fassett – Maler mit Wolle

Vor einigen Jahren war der absolute Star der Strick-Designer-Szene in meinem Geschäft zu Besuch. Er hielt sich anlässlich eines Textilfestivals in Österreich auf. Kundinnen hatten bei einem Workshop die einmalige Gelegenheit, das “Malen mit Wolle” auszuprobieren.

Kaffe Fassett (sprich: Käf Fässit) hat eine eigene Technik entwickelt, um beliebig viele Farben verstricken zu können. Er strickt dabei nicht mit Knäuel – das würde binnen kürzester Zeit ein unentwirrbares Kuddelmuddel erzeugen und jeglichen Spaß nehmen – sondern mit Fäden in der Länge von ein bis zwei Metern. Beim Farbwechsel webt er diese strickend ein – lästiges Vernähen entfällt!

Der in San Francisco geborene und heute in London lebende “Meister des Vielfarbenstrickens” arbeitete mit Garnen der englischen Firma Rowan, für die er auch Modelle entwarf. Sein Buch “Glorious Knitting” setzte neue Maßstäbe – es kletterte als erstes Strickbuch auf die Bestsellerlisten. Einzelne Stücke hängen in renommierten Museen in aller Welt. Das Victoria+Albert Museum in London hat ihm eine eigene Ausstellung gewidmet. Er ist damit der erste lebende Textilkünstler, dem diese Ehre zuteil geworden ist. In allerletzter Zeit hat sich der Meister der Kunst des Quiltens zugewendet und entwirft eigene Stoffe in atemberaubend mutigen Farb- und Musterkombinationen.

Link: www.kaffefassett.com

ROWAN – eine Erfolgsgeschichte

Schals zum Kombinieren aus "Kidsilk Haze"

Heute stricken Filmstars und Topmodels in aller Öffentlichkeit. Aber Anfang der 1980er Jahre galt es als verzopftes Hobby für fade und sich fadisierende Frauen. Die Modelle waren fad, ebenso die Garne und die Farben. Die erhältlichen Materialien waren überwiegend synthetisch.

Den Briten Stephen Sheard und Simon Cockin war die Gnade beschieden, die zukünftige Wiederentdeckung des Handstrickens zu erahnen. Ihr Verdienst ist es, mit einem Klischee aufgeräumt zu haben. Sie gründeten eine „Marketing- und Design Company“ für Garne und schufen das Label „Rowan“.

Sie drückten einigen Top-Designern ungefärbte Wollknäuel in die Hand mit dem Auftrag, sie einzufärben und Handstrickmodelle daraus zu entwerfen. Entstanden ist etwas, was fraglos das Prädikat „haute couture“ verdient.
Rowan ließ eine erste Garnkollektion spinnen und brachte die Designer-Modelle mit Strickanleitungen auf den Markt. Die Erfolgsgeschichte der Rowan-Magazine und der Rowan-Garne nahm ihren Lauf.

Ich vertrete Rowan in Österreich und kann Ihnen die gesamte aktuelle Rowan-Garnkollektion anbieten.

Neben den Garnen von Rowan können Sie bei mir das halbjährlich erscheinende Rowan-Magazin kaufen oder abonnieren. Zusätzlich zu den begehrten „Rowan-Heftln“ werden bei Einführung eines neuen Garns spezielle Anleitungsbücher herausgegeben, die eine Fülle an Ideen beinhalten. Fragen Sie auch nach vergriffenen Magazinen und Büchern, einiges habe ich noch vorrätig.

Link: www.knitrowan.com

Literarisches Gestrick

Ein Lautgedicht von Erich Fried

Ihr Pullover – ein Gedicht!

Die Wiener Strickdesignerin Ljuba Arnautovic setzt zwei ihrer Leidenschaften in ein Produkt um. Sie liebt das Stricken, und sie liebt die Literatur. Was liegt da näher, als den “literarischen Pullover” zu erfinden?

Wählen Sie ein Gedicht aus, das Ihnen etwas bedeutet. Oder eine Stelle aus einem Prosatext. Oder warum nicht aus einem “Gebrauchstext”? Einem Reiseführer? Einer Strickanleitung?…

Schreiben Sie selbst ein Gedicht. Eine Seite aus Ihrem Tagebuch (von damals…) ist genauso geeignet wie ein Brief, den Sie einmal erhalten oder geschrieben haben.

Beschenken Sie sich oder andere: Sie überlegen sich, welcher Text für den/die Beschenkte(n) passt, wie viel die Worte mit Ihnen und mit der anderen Person zu tun haben, oder Sie verfassen den Text selbst. Sie wählen einen Schnitt und die Farben aus. Dann stricken Sie entweder selbst nach einer Anleitung. Oder Sie lassen das Stück bei uns stricken.